Jack Pop’s Circus of Science Vol. 25 – Open Air
🎪Hereinspaziert und »Manege frei« für die Wissenschaft! 🎪
Algen-Experimente, Cola-Mentos-Fontänen, erniedrigendes Vanilleeis & kosmische Comics: Leipzigs Wissenschaftsshow »Circus of Science« am 20. August zum ersten mal Open Air auf der Moritzbastei!
Im Sommer geht’s nach draußen und das nimmt sich auch der »Circus of Science« zu Herzen: Am 20. August verlässt die Wissenschaftsshow zur 25. Ausgabe erstmalig den Kupfersaal und zieht ums Eck – auf die Dachbühne der Moritzbastei. Die Open-Air-Show ist eine Kooperation der beiden Veranstaltungsstätten und für Gastgeber Jack Pop eine fantastische Gelegenheit, besonders heftig mit Chemikalien und Materialien zu kleckern. Zum Beispiel bei der Cola-Mentos-Fontäne, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Hype-Jubiläum feiert, nachdem sie 2005 zu einem der ersten viralen YouTube-Videos wurde (und eines der ersten YouTube-Videos überhaupt). Bastel-Enthusiast Jack Pop hat dafür seinen 3D-Drucker angeschmissen und einen »Fontänen-Starter« entworfen, der auf Standard-Colaflaschen geschraubt werden kann und die Kaubonbons dann per Knopfdruck ins Getränk fallen lässt. Welche Rekordhöhen die entstehenden Fontänen erreichen und wie viele Regencapes dafür ans Publikum verteilt werden müssen, wird sich beim spritzigen Freiluftversuch zeigen. Der Getränke-Geysir ist aber nicht die einzige süße Überraschung des Abends, denn im zweiten Bühnen-Experiment geht es direkt weiter mit sommerlichen Leckereien: Vanilleeis zum Beispiel, kann zu Hause mit einem simplen aber hocheffizienten Physik-Trick in nur fünf Minuten zubereitet werden – ganz ohne Eismaschine.
»Schmelzpunkterniedrigung« heißt das Phänomen, das unter Publikumsbeteiligung live getestet wird, natürlich mit anschließender Verkostung!
Publikumsexperimente hat auch Julia Schnetzer im Gepäck, und zwar mit Utensilien, die sie einmal quer durchs Land geschifft hat: Fadenalgen aus der Weser. Mit denen lässt sich zeigen, wie Algen die Aufnahme und Speicherung von CO 2 ermöglichen, das vorher aus der Atemluft einiger Gäste in einen Wasserbehälter geblubbert wurde. Darüber hinaus berichtet die Meeresbiologin von ihrer jüngsten Forschungsreise, bei der sie Jagd auf »Sargassum-Algen« gemacht hat, eine Braunalgen-Art, die aktuell weite Teile der Karibik verpestet. Wie sich die Plage eindämmen lässt, warum Algen trotzdem einen nützlichen Beitrag im Ökosystem der Ozeane leisten und wie genau die Arbeit auf einem Forschungsschiff abläuft, das erklärt die Wissenschaftlerin in ihrem Vortrag. Als hätte es eine namentliche Abstimmung auf den Veranstaltungsort gegeben, blickt Physiker und Illustrator Henry Holland-Moritz am späteren Abend vom Moritzbastei-Dach hinauf in den sommerlichen Nachthimmel, um über den Köpfen des Publikums den Startpunkt für seinen neuesten Wissenschaftscomic zu setzen: unser Sonnensystem. »Der Anfang aller Geschichten« erzählt die Entstehung der Erde aus der Sicht des Staubkorns »Edgar«, das vom Urnebel bis zum komplett entwickelten Planetensystem zahlreiche Abenteuer erlebt und gemeinsam mit den Gästen Zeuge großer kosmischer Ereignisse wird.
Musikalische Untermalung gibt es wie immer von Sänger Richard Tautenhahn und Gitarrist André Gorjatschow, die als »kleinste Showband der Welt« zwischen gefälligen Pop-Jingles, brutalen Metal-Riffs und ausgefeilten Gitarrenstücken einmal den akustischen Rundumschlag liefern.
📸: Michael Bomke