Der durstige Pegasus ist Teil des Rahmenprogramms der internationalen Wochen gegen Rassismus 2025 und hat sich drei spannende Gäste eingeladen:
Mahsa Salari
Mahsa Salari, 38 Jahre alt, stammt aus dem Iran und lebt seit 2020 in Deutschland. Sie arbeitet als Ingenieurin und verfasst seit vielen Jahren Kurzgeschichten, hauptsächlich in Farsi. Eine Veröffentlichung ihrer Werke in ihrem Heimatland wurde nie in Erwägung gezogen, da die Literatur im Iran häufig strengen Vorgaben unterliegt: Zensur legt fest, was gesagt werden darf und was nicht. Texte, die diesen Vorgaben nicht entsprechen, werden entweder nicht genehmigt oder so stark verändert, dass sie nicht mehr dem ursprünglichen Inhalt entsprechen. Nun wird erstmals der Versuch unternommen, auf Deutsch zu schreiben.
Yevheniia Fedosova
Yevheniia Fedosova ist eine Künstlerin mit Wurzeln in der Ukraine. Seit dem Frühjahr 2022 lebt und arbeitet sie in Dresden. Sie studiert an der Hochschule für Bildende Künste Dresden unter der Leitung von Professor Christian Sery im Bereich der experimentellen und interdisziplinären Malerei, wo sie die Grenzen zwischen Tradition und Innovation erforscht. Ihre Werke – sowohl Malerei als auch Poesie – sind ein Eintauchen in das Labyrinth der Kindheitserinnerungen, eine Verflechtung persönlicher und kollektiver Erfahrungen und der Versuch, die Fäden der Vergangenheit zu erfassen, die sie mit dem historischen und kulturellen Kontext ihres Heimatlandes verbinden. Mit Gedichten, die von Themen wie Krieg und innerer Suche durchdrungen sind, wird ihre Kunst zu einer Stimme des Widerstands und stellt dem Betrachter unbequeme Fragen zur Gegenwart.
Gleb Konkin-von Serebrowski
Gleb Konkin-von Serebrowski ist ein Künstler und Projektleiter mit Wurzeln in Preußen. Geboren in St. Petersburg, in der Deutschen Minderheit, hat er eine Ausbildung in Umbettung gemacht, studierte außerdem Geschichte, Germanistik und Kunst.
Den Kern seiner Arbeiten bildet die Beschäftigung mit dem historischen und zeitgenössischen Erbe, welches teilweise in Form von individuellen Traumata und gesellschaftlichem Trauma eine Last bildet, die weiterhin gesellschaftlich prägend ist und die es aufzuarbeiten gilt. Er fokussiert sich auf keine künstlerische Disziplin, vielmehr achtet er auf den jeglichen Kontext, recherchiert ihn und sucht nach einem passenden Ausdruck. Von Zeichnungen, Montagen und Objekten bis hin zu Gedichten, Auftritten und Musik.
Der durstige Pegasus ist die älteste durchgehende Literaturreihe Europas – seit 1976 gibt es sie monatlich in der Moritzbastei zu Leipzig. Erstmals erdacht von Jochen Wisotzki (später drehte dieser den Film »Flüstern & Schreien«).
Moderiert wird die Veranstaltung von der Autorin Eileen Mätzold, welche seit über 10 Jahren die Bühnen Deutschlands unsicher macht. Ihr Buch „Reflexe um drei Uhr morgens“ erscheint im Oktober 2024 bei THELEM (Lyrik).