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Der durstige Pegasus

Der durstige Pegasus ist eine Institution in der blühenden Lesebühnenlandschaft Leipzigs.

Zum ersten Mal trabte der Pegasus im Jahr 1974 durch die Gewölbe der Moritzbastei, die damals noch zum guten Teil verschüttet waren. Gegründet wurde die Literaturreihe unter anderem durch Jochen Wisotzki, MB-Aufbauhelfer der ersten Stunde. Später arbeitete er als Filmemacher (u.a. stammt von ihm das Drehbuch zum Dokumentarfilm-Klassiker "Flüstern und Schreien". Die Idee von damals ist bis heute gleich geblieben - auf der Bühne lesen Autoren aus ihren Texten, das Publikum lauscht und zur Stärkung werden frisches Brot, Schmalz und saure Gurken angeboten. Selbstverständlich löscht der Pegasus damals wie heute seinen Durst mit frisch gezapftem Bier. Wobei er anderen Getränken durchaus nicht abgeneigt sein soll...

Somit darf die Moritzbastei mit Fug, Recht und Stolz beanspruchen, die älteste durchgehend bestehende Lesebühne auf dem europäischen Festland in ihrem Hause zu beherbergen. In den DDR-Jahren war der Pegasus dabei nicht immer brav, manche Lesung sorgte ob der aufmüpfigen Texte für Unruhe. In den Nachwendejahren lahmten ihm dann ein wenig die Flügel, sein Fell wurde nicht mehr recht gebürstet und die Hufe hätten durchaus ein wenig öfter neuen Beschlages bedurft. Das änderte sich 1999 gründlich, als Volly Tanner die Pflege des unseres literarischen Flugpferdes übernahm. Der umtriebige social beat - Literat aus dem Leipziger Westen verordnete dem Pegasus eine Verjüngungskur, das open mic wurde fester Bestandteil der Lesungen, Autoren abseits des literarischen Mainstreams gaben sich das Mikro in die Hand.

Nach zehn Jahren kontinuierlicher Pflege konnte Volly Tanner den Pegasus schließlich wohlernährt, stadtbekannt und rundum gesund in die Hände seine Nachfolger übergeben. Seit 2010 heißen die Gastgeber im Wechsel Elia van Scirouvsky und Norbert Marohn, die den Pegasus mit ihren unterschiedlichen Herangehensweisen mal auf den Weiden des literarischen Undergrounds, mal in den Heuschobern der hohen Literatur weiden lassen. Auf dem Podium lesen Nachwuchsschriftsteller ebenso wie gestandene Autoren - die Mischung macht´s! Dabei wendet sich die Lesereihe sich keineswegs nur an Studierende, sondern ist offen für alle Literatur-Interessenten

Beide Moderatoren – selbst Schriftsteller – nehmen sich die Zeit für Gespräche mit ihren literarischen Gästen, es bleibt Raum für die Texte und die Autoren. Der durstige Pegasus findet die Balance zwischen Innovation und Qualität und vermittelt Literatur im sehr engen Kontakt zwischen Podium und Publikum.

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